Slawenburgen, Ringwälle & Schlossruinen im Kreis Mittelsachsen, Bereich Rochlitz-Geringswalde-Wechselburg


sowie Interessantes zur Heimatgeschichte bis zur Neuzeit

Diese Seite befindet sich im Aufbau. Die dargestellten Inhalte wurden vorzeitig online gestellt, um sie dem Wissenswerk Internet nicht länger vorzuenthalten. Mit der Zeit wird es hier noch eine Navigation und Gliederung der Inhalte geben.

Nach neuesten Forschungen wird davon ausgegangen, dass das damalige Kleingau Rochlitz - früher noch bewaldeter ("Miriquidi - Dunkelwald") - wesentlich bedeutsamer war, als von der bisherigen Geschichtsschreibung angenommen. Fakt ist, dass rund um Rochlitz, dessen Schloss selbst wohl auf einer alten Slawenburg steht, einige beachtliche Burganlagen zu finden sind. Diese sind meist in Form von typisch slawischen Ringwällen anzutreffen. Bei meinen Begehungen fiel auf, dass die Slawen recht zuverlässige Kriterien für den Burgenbau genutzt haben. So befindet sich jede Burganlage in der Nähe einer Frischwasserquelle (Fluss, Bach, Quelle) und auf einer Anhöhe, bzw. einem Bergsporn. Geschlossene Ringwälle sind dabei sehr selten anzutreffen, was die Vorliebe für Bergsporne aufzeigt. Das sparte Baumaterial - man musste sich nur zur Seite mit flachem Geländeanstieg massiv gegen Feinde rüsten. Weitere Fakten zur gröberen geschichtlichen Einordnung der Burganlagen folgen an dieser Stelle von Zeit zu Zeit.

Die Karten entstanden durch Begehen, Skizzieren und GPS-Vermessen der Burganlagen unter Berücksichtigung der Regeln für Bodendenkmäler (Denkmalschutz). Gleichzeitig wurden die OpenStreetMap-Karten vervollständigt.

Fischheimer Borstel

"Fischheimer Borstel"

Eine der größten & imposantesten slawischen Anlagen auf einer größeren Anhöhe direkt an der Mulde. Im Südwesten wird die Anlage durch schroffe Felswände begrenzt - hier konnte kein Feind eindringen. Die restliche Anlage war durch einen weitreichenden Doppel-Ringwall gesichert. Die Nutzfläche ist plateauartig und recht groß. Steht man auf dem Ringwall, hat man eine perfekte Aussicht auf die Muldebiegung im Norden - schlechte Karten für Feinde aus dieser Richtung. Nahe dieser Anlage, auf der anderen Muldenseite, befindet sich die untergegangene Slawensiedlung "Draschke", welche später in Form eines isolierten Bauerngutes noch auf Karten nachweisbar ist. Im Rahmen einer Zivilschutzübung wurde diesem Stück Land in den 80ern der Garaus gemacht.

Kriterien typischer Slawenburgen:
Frischwasserquelle: ja, Mulde+Bach
Anhöhe: ja
Bergsporn: ja

Burgstall zwischen Fischheim & Wechselburg

"Burgstall" zwischen Fischheim & Wechselburg

Dieser kleinere slawische Ringwall dürfte in enger Beziehung zum "Fischheimer Borstel" gestanden haben. Luftlinie befinden sich beide Anlagen etwa 0,5km entfernt. Dennoch wird das Gelände durch massive Einschnitte geteilt, sodass man schon einige Zeit benötigt, um die Strecke zurückzulegen. Nahe der Anlage befindet sich ein schöner Aussichtspunkt mit Sitzgelegenheit.

Kriterien typischer Slawenburgen:
Frischwasserquelle: nicht in direkter Nähe, Bach, Mulde
Anhöhe: ja
Bergsporn: ja

Textauszüge, die ich für Wikipedia erstellt habe: In einem ausgedehnten Waldstück zwischen Fischheim und Wechselburg wird ein 50x70m großes Gebiet in Form eines Ovals von einem einfachen Ringwall umschlossen. Nach Nordwesten ist dieser zur Hälfte geöffnet, da dort ein Steilhang zur Zwickauer Mulde hin eine natürliche Barriere bildet. Die Anlage ist wesentlich kleiner als der 500m entfernte Fischheimer Borstel. Am Westteil der Anlage befindet sich heute ein schöner Aussichtspunkt mit Sitzgelegenheit. Man hat dabei einen guten Blick auf den Rochlitzer Berg und das Muldetal. Bis 1950 befand sich in unmittelbarer Nähe zu diesem Punkt ein klassizistischer Tempel, der unter Anderem für Märchenaufführungen genutzt wurde. Schmale, steile Wege führen sowohl durch das Silbertal zum Fischheimer Borstel, als auch nach Wechselburg.

Porschel bei Köttern

"Porschel" bei Köttern

Eine der größten & imposantesten slawischen Anlagen inmitten eines unscheinbaren Waldhügels. Nach aktuellen Erkenntnissen kann man hier von einem Dreifach-Ringwall sprechen, der Sicherungsaufgaben zur flachen Seite im Osten/Nordosten wahrnahm. Das gesamte Gelände fällt recht stark nach Westen ab. Zu allen Seiten bilden tiefe Geländeeinschnitte natürliche Begrenzungen. Die Wallreste erreichen auch heute noch beachtliche Höhen. Bei der Begehung fand ich an der Oberfläche liegende Bombensplitter in der Nähe eines Kraters. Wer kann Auskünfte über Bombenabwurf bei Köttern/Neudörfchen geben?

Kriterien typischer Slawenburgen:
Frischwasserquelle: ja, Bach, Quelle in der Nähe
Anhöhe: ja
Bergsporn: ja

Textauszüge, die ich für Wikipedia erstellt habe: Der Porschel befindet sich unweit der B 175, 600m südlich von Köttern und 400m nördlich von Döhlen. Die Anlage befindet sich auf einem bewaldeten, natürlichen Bergsporn, der in einer Südwest-Nordost-Achse liegt. Drei Wall-Graben-Anlagen sind nach Nordosten und Norden ausgerichtet. Nach Süden und Westen bildet das steil zu einem Bach abfallende Gelände ein natürliches Hindernis.

Wetzsteinberg

"Wetzsteinberg"

Einfacher, slawischer Ringwall mittlerer Größe. Nach Nordwesten stark abfallendes Gelände, dort ist der Wall auch geöffnet. Am Nordende des Walles sehr viele Hügel & Gruben unbekannten Ursprungs.

Kriterien typischer Slawenburgen:
Frischwasserquelle: ja, Bach
Anhöhe: ja
Bergsporn: ja

Textauszüge, die ich für Wikipedia erstellt habe: Der Wetzsteinberg befindet sich direkt an der B 107, 900m nordöstlich von Doberenz. Die Anlage befindet sich auf einem bewaldeten, natürlichen Bergsporn, der von der Bundesstraße aus in Richtung Nordwesten flach ansteigt, ein Plateau bildet und zum Erlsbach hin steil abfällt. Der etwa zu zwei Dritteln geschlossene Ringwall umschließt ein ovales Gebiet von etwa 100x50m und ist nicht besonders hoch. Am Nordteil des Ringwalls ist das Gelände auffällig durch Gruben und Hügel geformt.

Bieserner Borstel

"Bieserner Borstel"

Ein eher kleiner, einfacher, slawischer Ringwall. Die eingeschlossene Fläche ist fast plateauartig. Dennoch gibt es nach allen Seiten abfallendes Gelände, vor Allem im Osten der Anlage.

Kriterien typischer Slawenburgen:
Frischwasserquelle: ja, Bach
Anhöhe: ja, leicht
Bergsporn: ja

"Burgberg" bei Lastau

Auf einem markanten Hügel befindet sich eine frühzeitliche Burganlage, die allerdings bereits durch Zivilisation beeinflusst wurde (Aussichtsturm gebaut, im 2. Weltkrieg zerstört).

Zettlitzer Kirche

Die Zettlitzer Kirche soll auf einer slawischen Anlage errichtet worden sein. Das passt zur Theorie, nach der christliche Anlagen bevorzugt direkt auf die Anlagen der Slawen gebaut wurden. Rund um Zettlitz sind Funde früherer Besiedlung bekannt.

"Schlossberg" bei Groß Schlaisdorf

Schlossruine Geringswalde

Schlossruine Geringswalde / "Schlossberg"

Keine Slawenburg, sondern die Ruine eines vermeintlichen Raubschlosses, dass im sächsischen Bruderkrieg um 1450 zerstört wurde. Der heutige Zustand bietet nur wenige Anhaltspunkte, wie das Schloss ausgesehen haben könnte. Eingefallene Keller sind der einzig sichtbare Beweis einer Steinbefestigung. Im umliegenden Gebiet sollen Bergbauversuche stattgefunden haben. Kleinere Trichter ohne erkennbare Ursache könnten Anzeichen dafür sein. Die Anlage weißt entlang des Berghanges eine auffällige Gliederung in Hügel/Geländeeinschnitte auf.

Text auf dem Gedenkstein: "Schloßberg - Historischer Boden einer Burg, die annehmbar um 1200 erbaut und 1213 oder nach der Sage mit einer Waldmühle am Fuße des Berges im sächsischen Bruderkriege zerstört wurde - Der 1780 aufgenommene Grundriß zeigt einen runden Turm mit 6 Ellen flachen Mauern - In halber Höhe des Berges noch winzige Kellerreste ------ Wald und Höhen geben ein schönes Echo zurück."

Gemäß der Einheitenbeschreibung unter Wikipedia zur säschischen Elle, dürften die Mauern also etwa 3-5m hoch gewesen sein. Heute sieht man davon zumindest auf den ersten Blick nichts.

"Katzenstein"

Dieser schöne Ort am Rochlitzer Berg gegenüber von Biesern soll eine alte Befestigungsanlage sein. Info's folgen.


Linksammlung


Wikipedia: Gau Chutizi
Wikipedia: Kategorie:Archäologischer Fundplatz im Landkreis Mittelsachsen
Homepage von Kay Saupe, viele Informationen zu Königsfeld & Umgebung
Digitales historisches Ortsverzeichnis Sachsen
Deutsche Fotothek
Sachsens Schlösser
Repertorium Saxonicum
Unterhaltung über Rochlitz im Forum für Mittelalterliches Reenactment in Sachsen
Einige Texte zur Heimatforschung

Impressum


Guido Richter
Geringswalder Straße 9A
09306 Seelitz OT Zschaagwitz
Deutschland
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Ich beantworte Fragen zu den hier beschriebenen Themen. Gern kann man mich auch zur weiteren Recherche kontaktieren, da ich eine Sammlung von Kartenmaterial ab dem 19Jhd. habe.

Hinweis in eigener Sache: Das Graben und/oder Entfernen von Material auf den hier vorgestellten Geländen ist strikt untersagt und nur mit Genehmigung vom Landesamt für Archäologie Sachsen gestattet. Da ich regelmäßig Begehungen ohne Geländeeingriff durchführe, wird jeder von mir festgestellte Grabungsversuch sofort gemeldet. Zudem gibt es einige wachsame Augen (Jäger, Förster, eingeweihte Bewohner), die entsprechend reagieren.